Mit dem Projekt ZwischenZeitRaum möchte die Stadt Hohenems leerstehende Schaufensterflächen zum Leben erwecken und dabei Künstler direkt unterstützen. Das Hohenemser Stadtbild erstrahlt in vorweihnachtlicher Stimmung in einer sonst außergewöhnlich schwierigen Zeit. Eine Art Zwischenzeit, in der wir uns gerade befinden, ein Zwischenraum, der von vielen als Vakuum empfunden wird. Auch Schaufenster stellen Zwischenräume dar, Übergänge zwischen drinnen und draußen. Durch die #fensterpoesie, erdacht vom künftigen Literaturhaus Vorarlberg und dem W*ORT in Lustenau, soll hier eine besondere Brücke geschlagen werden.

An vier Standorten in der Marktstraße werden über die nächsten Wochen elf kleine poetische Lichter in Schaufenstern angehen. Dabei sind u.a. Träger des diesjährigen Vorarlberger Kulturpreises Amos Postner, die Hohenemser Schriftstellerin Monika Helfer, der Feldkircher Autor Christian Futscher oder auch Katharina Klein, die 2020 im Rahmen des Vorarlberger Kulturpreises in der Sparte Hörspiel mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde. Noch vor Weihnachten schreiben sich mit Gabriele Bösch, Norbert Mayer, Grid Marrisonie, Nadine Kegele, Muhammet Ali Baş, Eugen Fulterer und Philipp Lingg sieben weitere Vorarlberger Autor_innen mit ihren Licht-Gedichten ebenfalls in die Marktgasse ein.

Das wunderbare Kollektiv mohap hat über über wendungsreiche Linien eine wertvolle grafische Verbindungen der auseinanderliegenden Schaufenster geschaffen, welche die Vorübergehenden mit leichter Hand von Gedicht zu Gedicht führen!

Die Gedichte sind auch als Postkartenkollektion erschienen und liegen in Hohenems aus!

Das W*ORT und wir freuen uns über diese schöne Kooperation und hoffen, dass der Funke auch auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene überspringt, ihre Alltagsmomente zum Thema Licht spielerisch in Poesie zu verwandeln. So können die eigenen Gedichte dann zu Hause, in der Schule oder auch im Büro ans Fenster geschrieben und die Nachbarschaft zum Leuchten gebracht werden.

Warum geht es bei der #fensterpoesie?

Wenn wir durch die Straßen spazieren, bekommen wir gerade in dieser Jahreszeit oft durch die Fenster einen kleinen Einblick in das eine oder andere Haus, das im Dämmerlicht von innen beleuchtet ist und uns einen kurzen Einblick in ein fremdes Leben schenkt. Was wir dabei erblicken, ist ein klein wenig Alltagspoesie, die sich in unseren Köpfen manchmal weiterspinnt. 

Wir laden Kinder und Jugendliche, Schulklassen und Schreibgruppen, Seniorenheime, Buchhandlungen und Bibliotheken, Autor*innen und vor allem auch DICH ein, deinen Alltag in Poesie zu verwandeln und an deine Fenster zu schreiben! Entführe die Spaziergänger*innen draußen für einen Moment – durch ein entzückendes Haiku, ein wohlgeformtes Akrostichon oder ein freches Elfchen.

Ich? Ein Gedicht schreiben??
Noch nie ein Elfchen geschrieben, keine Ahnung was ein Haiku ist oder wie man Akrostichon überhaupt ausspricht? Zugegeben, wir mussten die Regeln auch noch einmal nachschauen und haben den Sprachkünstler M Ali Baş gebeten, uns alle drei Formen in klaren Worten zu schildern. Das macht er, indem er im Gras liegt, sich vor dem Kamin aufwärmt und ein Nickerchen auf dem Sofa macht. Denn ein Haiku zu schreiben, ist so einfach, wie auf drei zu zählen … oder war es 17?

Sieh selbst – Ali erklärt es dir:


Knips dein Licht an! 
Du möchtest mitmachen? Wir geben dir ein erstes Thema mit auf den Weg, das bereits jetzt für die Poetisierung vieler Fenster sorgt. Ein Wort, fünf Buchstaben, in denen man vieles sehen, mit denen man viel verbinden, die man auf viele Arten interpretieren kann: LICHT. Lass es auf dich wirken, lass dich inspirieren – und dann deine Finger über die Tastatur tanzen oder setze den Stift aufs Papier und schreib! In regelmäßigen Abständen laden wir dazu ein, neue Themen mit den eigenen  Worten in #fensterpoesie zu verwandeln.


Aber bitte mit Rahmen!
Dein fertiges Gedicht schreibst du auf dein Fenster, um es so mit anderen zu teilen. Da es deine Worte verdient haben, im richtigen Rahmen präsentiert zu werden, haben wir eine Vorlage vorbereitet – samt #fensterpoesie. Diesen Rahmen kannst du ausdrucken und mit deinem Gedicht ausfüllen, bevor du es gut sichtbar ins Fenster hängst. Oder du kannst deine Zeilen und den Rahmen mit #fensterpoesie ganz unkompliziert mit Fensterkreide direkt auf die Fensterscheiben schreiben bzw. zu zeichnen. Hier geht’s zum Rahmen!


Die Spielregeln in Kürze
Auch wenn es ein klein wenig übertrieben war, dass man für das Haiku nur bis drei zählen muss, so ist das bei der Umsetzung der #fensterpoesie tatsächlich so:
1. Videos von Ali anschauen
2. Gedicht schreiben und auf deinem Fenster sichtbar machen – #fensterpoesie nicht vergessen
3.Foto machen, diese auf Social Media unter #fensterpoesie teilen und dann Freunde, Oma oder auch deine Lehrer*innen einladen, mitzumachen!


Vom deinem Fenster aufs Schaufenster?
Wir werden regelmäßig die Sozialen Netzwerke nach dem #fensterpoesie durchstöbern, alle Kreationen sammeln und Gedichte aussuchen, die ihren Weg u.a. auf Schaufenster in Hohenems und Lustenau finden werden! So hast du, genauso wie Autor*innen und alle anderen, die sich beteiligten, die Möglichkeit, mit deinem Gedicht deine Stimme in der Öffentlichkeit hörbar zu machen.

WIR freuen uns auf deine Gedichte!

Idee: literatur.ist und W*ORT
mit Autor Muhammet Ali Baş
Danke an Julia Gridling für das wunderbare Signe und den schönen Rahmen!