deinebuehne queer

#deinebuehne pride edition: zeig dich mit deinen Texten

Foto © Martina Baldauf-Hofer

Von Regenküssen, von der Suche nach sich selbst in einer einengenden Welt und von bunten Blumen für alle – #deinebuehne pride edition hat queere Lebensrealitäten, Herausforderungen und Freuden ins Zentrum gerückt. Während die Sonne sachte in den Gartesalon schien und unsere Haut kitzelte, haben uns die Lesenden am letzten Tag des Pride Monats ihre ganz persönlichen Texte geschenkt.

Im Juni stand #deinebuehne ganz im Zeichen der Vielfalt: Bei #deinebuehne pride edition luden wir alle Menschen ein, ihre Themen und Texte zu Queerness und gesellschaftlichem Miteinander auf unsere Bühne und damit in die Sichtbarkeit zu bringen.

Wie gelingt es, sich als queere Person selber zu finden und wo ist der eigene Platz in der Gesellschaft? Wie damit umgehen, wenn Freund:innen und Familie sich nach einem Coming-out abwenden? Und wie befreiend kann queer joy sein? Die Geschichten und Gedichte voller persönlicher Erfahrungen, die bei #deinebuehne gelesen und performt wurden, waren schön, unterhaltsam und berührend. Wer sich am Abend im Raum umblickte, konnte sehen, dass die Zuhörer:innen nicht nur einmal tief gerührt waren.

Ein regnerischer Tag und zwei Verliebte: Die Liebesgeschichte der Protagonistinnen Lisa & Lea hat den Fokus auf einen Augenblick zwischen zwei Menschen gelenkt, bei dem es viel Platz für große Gefühle und Bauchkribbeln gab. Die Geschichte hat unsere Herzen höher schlagen lassen!

Lachend drehen wir uns, tanzen zu unserer eigenen Melodie. Sie schlingt ihre Arme um meinen Hals. Meine legen sich um ihre Taille. Unsere Gesichter nähern sich. Ihre Augen strahlen. Dann liegen unsere Lippen aufeinander. Ich schmecke ihren Vanille-Lippglos, darunter liegt ein Geschmack, der ganz allein ihr gehört. ‚Mag sie den Kokosgeschmack meiner Lippen?‘ – Rebecca Reiter

Wie gelingt es, sich im eigenen Körper zu finden und wohlzufühlen, wenn gesellschaftliche Normen einschränken? Wo ist der eigene Platz zwischen starren Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit? Die gelesenen Texte haben deutlich gemacht, dass es so viel mehr gibt als entweder/oder: Sie haben uns alle dazu eingeladen, über den Tellerrand zu blicken, uns darin zu erkennen und uns auf ein Dazwischen einzulassen.

„Dein Körper ist ein geliehenes Fahrrad, das du sofort zurückgeben würdest, hättest du das Geld, dir ein eigenes zu kaufen. Aber Probefahren ist nicht drin. Also nimmst du dein geliehenes, altes Rad, übermalst es mit neuer Farbe, nur um im Regen wieder ohne dazustehen, weil der Lack nicht wasserdicht war.“ – Jassi Etter

Queere Themen in den Mittelpunkt zu rücken, bedeutet aber auch, einen Blick auf gesellschaftliches Miteinander und gesellschaftliche Probleme zu werfen. Die gelesenen Texte forderten deshalb auch dazu auf intersektional, kapitalismuskritisch und ableismuskrtisch zu denken. Auch die Klimakrise, deren Auswirkungen vor allem marginalisierte Menschen jetzt schon spüren, stand im Zentrum.

„Unser Planet ist systemrelevant.“ – Daniel Spettel

Den krönenden Abschluss des Abends bildete ein Gedicht, das uns alle mit auf die Reise nahm: Werfen wir gemeinsam einen mutigen und hoffnungsvollen Blick in die Zukunft und kämpfen wir gemeinsam weiter für echte Gleichberechtigung. In einer Zeit, in der Queer- und Transfeindlichkeit größer werden, ist das nämlich wichtiger denn je.

Foto © Marina Höfler

Eine besonders schöne Überraschung wartete nach der Veranstaltung auf uns: Jassi Etter hat uns eine Ausgabe von „Queere Küsse gegen Rechts. Die Anthologie“, herausgegeben von Sophie Edina, geschenkt, in der auch Texte von Jassi zu finden sind! Wir freuen uns sehr darüber und danken herzlich!

Ab sofort findest du „Queere Küsse gegen Rechts. Die Anthologie“, herausgegeben von Sophie Edina, in unseren Bücherboxen – viel Spaß beim Reinblättern und Dahinschmelzen!

Das Literaturhaus Vorarlberg ist ein offener Ort für alle. Es ist uns wichtig, Sichtbarkeit für queere Themen und Lebensrealitäten zu schaffen und uns für Toleranz starkzumachen, vor allem in Zeiten, in denen Rechtsruck und damit Queerfeindlichkeit größer werden.

Im Pride Month wird jedes Jahr im Juni sexuelle und geschlechtliche Vielfalt bei Veranstaltungen und auf Paraden durch Städte gefeiert. Pride bedeutet nicht nur queere Sichtbarkeit zu feiern, sondern der Monat ist auch Anlass, um auf Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt aufmerksam zu machen, die LGBTQIA+ Personen noch immer erfahren.

Wir haben im Juni #deinebuehne geöffnet, um genau darauf hinzuweisen und um queere Stimmen und Geschichten in den Mittelpunkt zu rücken. Queere Menschen, Freund:innen und Allies waren eingeladen, acht Minuten lang ihre Texte zu queeren Themen, Vielfalt und gesellschaftlichem Miteinander auf die Literaturhaus-Bühne zu bringen.

Wir möchten uns herzlich bei allen Lesenden für ihr Vertrauen und ihren Mut bedanken – eure Geschichten und Gedichte sind ein Geschenk für uns!

Eine Veranstaltung in Kooperation mit GoWest, Verein für LGBTQIA+. Wir bedanken uns für diese wie immer so schöne und wertvolle Zusammenarbeit!

Foto © Marina Höfler