Literaturpicknick Literaturvermittlung

Picknickkorb: erstrahlt frisch gefüllt!

Geheimnisvolle Einhörner, fast vergessene Erinnerungen und selbstgebackene Buttermilchzöpfe: Die Kooperation mit Studierenden der Vergleichenden Literaturwissenschaft der Universität Innsbruck hat mit einem Besuch im Literaturhaus einen krönenden Abschluss gefunden! Ein Picknickkorb mit Fantastischen Tierwesen in Märchen und Sagen und ein Picknickkorb mit Literatur der Erinnerung haben nun im Literaturhaus ihr Plätzchen gefunden.

Foto © Marina Höfler

Es ist Freitagmittag, kurz nach 12 Uhr: Marina blickt in die Harrachgasse hinauf und erwartet ganz besonderen Besuch: Studierende der Uni Innsbruck sind gemeinsam mit Brigitte Rath auf dem Weg ins Literaturhaus. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Literaturwissenschaft in der Praxis“ lag der Schwerpunkt im Wintersemester 2025/26 auf Literaturhäusern – und wir freuen uns riesig, dass wir Teil des Kurses waren! Nach einem gelungenen Auftakt im Oktober, bei dem Marina mit zwei Picknickkörben nach Innsbruck gereist ist, um die Studierenden kennenzulernen und das Literaturhaus vorzustellen, haben sich die Studierenden dann im Laufe des Wintersemesters ihrem „Arbeitsauftrag“ gewidmet:

Wir haben die Studierenden eingeladen, zwei unserer Literaturpicknickkörbe zu gestalten: Dabei ging es darum, die beiden Picknickkörbe zu kuratieren und mit Inhalten zu füllen, sich Gedanken zur Vermittlung zu machen und die beiden Picknickkörbe in Text und Bild zu kommunizieren.

Zur Präsentation sind die Studierenden nun gemeinsam mit Brigitte Rath nach Hohenems ins Literaturhaus gekommen und haben die liebevoll und klug kuratierten Picknickkörbe mitgebracht und vorgestellt. Wir sind noch immer ganz überwältigt von der tollen Arbeit der Studierenden!

Nach einer kurzen Führung durchs Literaturhaus haben uns die Studierenden Einblicke in ihre zwei Picknickkörbe gegeben – und von ihren Ideen hinter den Körben erzählt sowie von schönen und herausfordernden Momenten.

Fantastische Tierwesen in Märchen und Sagen

Zwischen Drachen, Einhörnern und Haifischmenschen: Der bunter Picknickkorb lädt dazu ein, ganz tief in die Welt von Märchen und Sagen abzutauchen! Im Korb befinden sich Bücher mit Geschichten aus verschiedenen Ländern: Von Wales und Griechenland über Japan und China bis zu fantastischen Orten ermöglicht der Picknickkorb eine kleine Reise um die Welt – und darüber hinaus.

Damit sich niemand in der Welt der Märchen verirrt, haben die Studierenden eine Karte belegt, auf der die verschiedenen Orte eingezeichnet sind: vom Drachenturm über die kalten Berge der keltischen Mythologie bis hin zum weit entfernten Panorama der griechischen Mythologie. Auf dieser Karte sind auch die Tiere eingezeichnet, die uns in den Büchern begegnen – und das liebevoll gestaltete Vermittungsmäppchen erzählt von den Tieren und Fabelwesen, die man auf der Karte treffen kann.

Der Korb lädt zum Mitmachen ein: Mit einer Zeichenschule können sich alle im kreativen Zeichnen von Fabelwesen ausprobieren. Und Würfel mit Märchenfiguren geben Inspiration, eine eigene Geschichte zu erzählen!

Ein besonderes Highlight und Hingucker sind die selbstgebastelten Lesezeichen in Form von Drachen, die förmlich rund um den Picknickkorb schweben.

„Also packt wasserfeste Stiefel, Knoblauch und eure Spitzhacke ein! Denn wie Rotkäppchen begebt ihr euch mit einem übervollen Korb auf eine Reise!“

Wir danken herzlich: Lea Berger, Jana Kofler, Eva Maria Neumair, Judith Morat, Stefanie Putzer, Daniel Singh  (Projektmanagement)

Foto © Marina Höfler
Literatur der Erinnerung

Fast vergessene Geschichten, Stimmen und Bilder freilegen und ihnen einen Platz in der Gegenwart einräumen – das ist das Ziel des Picknickkorbes „Literatur der Erinnerung“. Die Bücher laden dazu ein, sowohl in eigene als auch in kollektive und literarischen Erinnerungen einzutauchen.

Wie gut kennst du die Stadt Hohenems? Verschiedene Rätsel ermuntern, das eigene Wissen über Hohenems auf unterhaltsame Weise auf die Probe zu stellen. Im beigelegten Memory geht es darum, ein Memory-Paar aufzudecken, das aus einem alten sowie einem aktuellen Bild einer Hohenemser Sehenswürdigkeit besteht.

Die Vermittlungsmappe, in Gestalt eines alten Fotoalbums, lädt aber auch dazu ein, in eigenen Erinnerungen zu schwelgen und – für die, die möchten – diese aufzuschreiben. Dadurch verwandelt sich der Picknickkorb in einen lebendigen literarischen Raum, in dem Vergangenes, Gegenwärtiges und persönliche Geschichte(n) generationsübergreifend miteinander in Dialog treten können.

„Die in diesem Korb versammelten Erinnerungen sollen dabei nicht länger als bloßes Echo längst vergangener Zeiten betrachtet, sondern als lebendige Kräfte erkannt werden, die bis in unsere Gegenwart hineinwirken.“

Wir danken herzlich: Jasmin Bissenberger, Johanna Ess, Ida Gamper  (Projektmanagement), Gabriele Kemna, Anessa Nuhanovic, Vivienne Pleyer

Foto © Marina Höfler

Bei einer anschließenden gemütlichen Jause – Brigitte Rath hat dafür Buttermilchzöpfe gebacken und mitgebracht – haben wir uns gemeinsam in feiner Atmosphäre unterhalten: über das nahende Semesterende, über Verbindungen zwischen Vorarlberg und der Schweiz und über das Gefühl von Zuhause. Auch Edith, eine unserer ehrenamtlichen Gastgeberinnen, hat sich von dieser guten Stimmung anstecken lassen und ist ins Erzählen gekommen: Gebannt haben wir gelauscht, wie sie von ihrem ersten Tag im Literaturhaus erzählt hat.

Wir möchten uns ganz herzlich bei den Studierenden für die so sorgfältige und liebevolle Kuration, die Vermittlungsmappe und die Social-Media-Inhalte bedanken! Sie sind eine Bereicherung fürs Literaturhaus und öffnen neue Räume für Austausch und Zusammenkommen!

Ein herzliches Dankeschön geht auch an Brigitte Rath für die so inspirierende Zusammenarbeit in dieser Lehrveranstaltung! Und für die selbstgemachten Butterzöpfe und Hefeschnecken mit Mandel-Orangen-Marzipan-Füllung – es war ein Genuss und eine große Freude!

Foto © Birgit Brida