Literaturpicknick Literaturvermittlung

Picknickkorb: unterwegs nach Innsbruck!

Wie arbeiten wir im Literaturhaus? Wie entscheiden wir, welche Veranstaltungen, Projekte oder Themen wir umsetzen – und was ist uns dabei besonders wichtig? In diese Fragen geben wir Bachelor-Studierenden der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck Einblick und dafür ist Marina mit unserem Literaturpicknickkorb nach Innsbruck gereist!

Foto © Marina Höfler

In der Lehrveranstaltung „Literaturwissenschaft in der Praxis“ von Brigitte Rath liegt der Schwerpunkt im Wintersemester 2025/26 auf Literaturhäusern – und wir freuen uns riesig, Teil des Kurses zu sein und mit den Studierenden zusammenzuarbeiten! Zum Auftakt dieser schönen Kooperation ist Marina nach Innsbruck gefahren, um dort die Studierenden in der Lehrveranstaltung kennenzulernen und das Literaturhaus sowie dessen Arbeit vorzustellen. Gleichzeitig hatte sie einen „Arbeitsauftrag“ für die Studierenden mit im Gepäck:

Wir laden die Studierenden ein, zwei unserer Literaturpicknickkörbe zu gestalten: Dabei geht es darum, die beiden Picknickkörbe zu kuratieren und mit Inhalten zu füllen, sich Gedanken zur Vermittlung zu machen und die beiden Picknickkörbe in Text und Bild zu kommunizieren.
Foto © Marina Höfler

Gestartet hat Marina ihren Besuch in der Lehrveranstaltung mit Blackout Poetry: Dafür brachte sie Postkarten aus dem Literaturhaus mit und ermutigte die Studierenden, aus den bestehenden Texten etwas Neues zu machen: die Zeile eines Gedichts, eines Zeitungsartikels, eines Songs oder etwas ganz anderes. Entstanden sind dabei unterhaltsame wie auch poetische Zeilen und Texte. Die Offenheit, mit der sich die Studierenden ans Streichen und Hervorheben von Wörtern und Sätzen gemacht haben, war überwältigend.

Foto © Marina Höfler

Im Anschluss gab es Einblicke ins Literaturhaus: Welche Geschichte trägt die Villa Franziska und Iwan Rosenthal in sich und wie fügt sich das historische Gebäude in das Leben der Hohenemser:innen ein? Nach einer virtuellen Führung durch das Haus mittels Videos und Fotos hat Marina vom Programm und den Angeboten des Literaturhauses erzählt: von den Öffnungszeiten tagsüber, der Idee hinter ‚pay as you wish‘, von kreativen Veranstaltungsformaten und der Bühne, die sowohl Autor:innen als auch Menschen offen steht, die sich gerne einmal ausprobieren möchten. Auch darüber, wie die Arbeit im Literaturhaus konkret aussieht und welche Herausforderungen sie mit sich bringt, berichtete Marina.

In der anschließenden Fragerunde kamen unglaublich spannende Fragen auf, die ganz deutlich gezeigt haben, wie sich die Studierenden in die Villa und ins Literaturhaus gedacht haben – und das bereits nach einer nur kurzen Vorstellung:

Welche Aufgaben haben eure ehrenamtlichen Gastgeber:innen? Habt ihr inhaltliche Vorgaben bei der Programmgestaltung?

Danach gehörte die Bühne wieder den Studierenden: Sie waren eingeladen, sich zu überlegen, mit welchen Themen und Inhalten sie sich beschäftigen würden, wenn sie Zeit und Raum dafür hätten. Es war schön zu sehen, wie intensiv sie sich mit dieser Frage auseinandersetzten und ihre Gedanken aufschrieben. Eine Studentin hat uns sogar daran teilhaben lassen, was sie gerne machen würde:

„Ich würde endlich die Kurzgeschichte schreiben, für die ich sonst nie Zeit finde.“

Zum Abschluss gab Marina noch Einblicke in das Kuratieren, das bei der Aufgabenstellung mit den Picknickkörben eine wichtige Rolle spielt: Was bedeutet Kuratieren überhaupt? Dabei gab sie den Satz weiter, den Frauke ihr an einem ihrer ersten Tage im Literaturhaus mitgegeben hat: Kuratieren bedeutet große Freiheit und große Verantwortung.“

Foto © Marina Höfler

Besonders schön war auch, dass Maria Piok, die Leiterin des Literaturhauses am Inn, bei der Lehrveranstaltung dabei war. Das war ein wunderbares Kennenlernen – und inspirierender Austausch darüber, welche ergreifenden Momente wir bei der Arbeit erleben und auch darüber, welchen Herausforderungen wir uns als Literaturhäuser stellen müssen.

Ein herzliches Dankeschön an Brigitte Rath für die bereits jetzt so inspirierende Zusammenarbeit in dieser Lehrveranstaltung. Wir sind gespannt, mit welchen Ideen rund um die Picknickkörbe uns die Studierenden überraschen werden – und freuen uns auf alles, was noch kommt!

Foto © Serena Obkircher