Audiodeskriptive Comic-Lesung und Vernissage: Immer alles anders

Sich ständig verändern, anpassen, neu erfinden, um den Erwartungen der anderen gerecht zu werden. In Domi Wendlands preisgekröntem Comic Immer alles anders gerät die Hauptfigur zwischen die Mühlen des Alltags. Sie stolpert durch Tage und Nächte, wechselt Form und Farbe und entfernt sich unter dem zunehmenden Druck Schritt für Schritt von sich selbst. Ein schneller, rastloser Comic über Anpassung, Überforderung und die Frage, was von uns bleibt, wenn wir immer wieder versuchen, jemand anderes zu sein.
Mit ihrer audiodeskriptiven Comic-Lesung lassen Domi Wendland und Sprecher und Sportkommentator Florian Eib Text und Bild, Sehen und Hören ineinandergreifen. Während der Comic live von Domi Wendland gelesen wird, begleitet Florian Eib die Lesung und übersetzt die Bilder audiodeskriptiv in Sprache. Auf den Punkt choreografiert geht das Publikum gemeinsam mit der Hauptfigur auf eine bunte wie rasante Reise und erlebt ein Comic-Event, das für sehende, blinde und sehbeeinträchtigte Menschen gleichermaßen zum Erlebnis wird.
Eingeläutet wird der Abend mit der Vernissage zur multisensorischen Ausstellung zu Immer alles anders, die für und mit blinden und sehbeeinträchtigten Menschen entwickelt wurde und nach dem Literaturhaus Stuttgart und dem Literarische Colloquium Berlin nun im Literaturhaus Vorarlberg zu sehen ist. Gegenstände aus der Comic-Welt von Domi Wendland treten aus den gezeichneten Panels heraus und werden als Objekte erfahrbar. Sie können ertastet und auf unterschiedliche Weise wahrgenommen werden.







Die Ausstellung kann bis zum 4. März 2027 bei freiem Eintritt zu den Öffnungszeiten im Literaturhaus besucht werden. Wir danken der Berthold Leibinger Stiftung und dem Literaturhaus Stuttgart für die so schöne Zusammenarbeit!

Für Immer alles anders wurde Domi Wendland 2025 mit dem Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet. Wendland studierte Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, zeichnet Comics und lehrt Comiczeichnen an der Technischen Universität München. Zu den bisherigen Arbeiten gehören die Graphic Novels Tüti und EGOn sowie das Anti-Depri-Tagebuch, erschienen im Jaja Verlag.

Florian Eib arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Sprecher, Audiodeskriptor und Live-Reporter. Er entwickelt und spricht unter anderem Hörfilme, Audioguides und Hörtheater und engagiert sich für Barrierefreiheit und Inklusion, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung oder Leseeinschränkung. Daneben ist er als Sportreporter und Kommentator tätig. Eib studierte Sprach- und Sprechwissenschaft in Leipzig und Halle-Wittenberg und beschäftigt sich sowohl praktisch als auch wissenschaftlich mit Stimme, Sprache und ihrer Wirkung.






