seek&read: Lady Gaga und der schlaue Fuchs: #4
Geschrieben und illustriert von Verena Hochleitner
Für Kinder ab 6 Jahren
Herzlich willkommen bei seek&read – deiner literarischen Schnitzeljagd durch Hohenems. Du befindest dich auf einen turbulenten Ausflug mit Lady Gaga und dem Hund Nudel, der vor drei Kapiteln im Literaturhaus begonnen hat.
Du bist zufällig über diesen QR-Code gestolpert? Dann findest du hier die gesamte Geschichte. Hör nach #3 auf und steige direkt hier bei #4 ein! Für alle anderen geht es direkt weiter!
Wir wünschen dir viel Spaß bei seek&read!
Dein Literaturhaus Vorarlberg
Ich beschloss, im alten Alten Rathaus Unterschlupf zu suchen und so lange auszuharren, bis dem Fuchs die Warterei zu blöd wurde.
Weil das neue Rathaus über den Sommer umgebaut wurde, fanden alle Sitzungen im alten Alten Rathaus statt. Als ich die alte alte Klinke zum alten alten Sitzungssaal öffnete, platzte ich mitten in den Bürger*innenrat, der hier tagte. Die Bürgermeisterin, deren Kind Renè in die Schule ging, in der ich als Therapiehund tätig war, erkannte mich und grüßte mich freundlich.
Um die Sitzung nicht zu stören, nahm ich in der letzten Reihe Platz. Das schnarchende Huhn stellte ich am Boden ab.
Ich atmete auf. Hier war Lady Gaga fürs Erste in Sicherheit. Der Fuchs würde es nicht wagen, unter den Augen der Bürgermeisterin ein Huhn zu ermorden. Hier hatte ich Zeit, in Ruhe nachzudenken und meine nächsten Schritte zu planen. Für den Fall, dass der Fuchs draußen wartete.
Die Sitzung war todlangweilig. Ich döste nach wenigen Minuten ein. Der Sekretär der Bürgermeisterin weckte mich wieder auf.
Eine wichtige Abstimmung war unentschieden ausgegangen. Die Bürgermeisterin hatte verfügt, dass ich an der Abstimmung teilnehmen sollte. Der Sekretär der Bürgermeisterin nahm mich ins Protokoll auf und so hatte alles seine Richtigkeit. Ich war das Zünglein an der Waage.
So stimmte ich dafür, dass das Geld für das Literaturprogramm der Stadt auf das Doppelte erhöht wurde. Das bedeutete, dass Selma Wakolbinger und das Huhn so lange in der Villa Franziska und Iwan Rosenthal bleiben durften, bis die weltberühmte Schriftstellerin mit ihrem Buch fertig war.
Die Bürgermeisterin schlug mit einem Holzhammer auf den alten alten Sitzungstisch und erklärte die Versammlung für beendet.
Daraufhin erwachte das Huhn.
Lady Gaga rieb sich die Augen. „Selma? Selma!“, greinte es. Da es geschlafen hatte, wusste es nicht, wo es war. Es hatte komplett die Orientierung verloren. „Wo ist Selma? Ist sie hier?“
Ich fasste für das Huhn zusammen, was in der Zeit, in der es geschlafen hatte, geschehen war. Den Fuchs erwähnte ich natürlich mit keiner Silbe.
Dem Huhn fiel nun reichlich spät ein, dass es sich bei der weltberühmten Schriftstellerin vor dem Ausflug nicht ordnungsgemäß abgemeldet hatte.
„Selma wird mich vermissen!“, schluchzte Lady Gaga. „Ohne mich wird sie keine einzige Zeile zu Papier bringen.“
Ich dachte an die leere Seite und den vorwurfsvoll blinkenden Cursor auf dem Laptop der weltberühmten Schriftstellerin.
Die Bürgermeisterin half weiter.
„Ich habe Selma Wakolbinger vor der Sitzung in der Buchhandlung getroffen“, erzählte sie.
Mittlerweile war ihr Sohn Renè im alten alten Sitzungssaal des alten Alten Rathauses erschienen und zog ungeduldig an ihrem Sommerkleid. Er hatte seine Schwimmente dabei. Die Bürgermeisterin hatte ihm hoch und heilig versprochen, nach der Sitzung mit ihm ins Freibad zu gehen. Dort gab es eine neue Wasserrutsche mit Looping, die die Bürgermeisterin am Anfang des Sommers feierlich eröffnet hatte.
Renè hatte recht. Es war wirklich ein perfekter Tag fürs Schwimmbad.
Kurz überlegte ich, ob man das heulende Huhn damit locken konnte. Da fiel mir ein, dass ein Huhn nicht schwimmen kann. Fliegen kann es auch nicht gescheit. Wie gut, dass Lady Gaga anderwärtig talentiert war und einen Job als Muse bekommen hatte.
Unser Ziel war also die Buchhandlung im Zentrum der Stadt. Die Bürgermeisterin bot an, uns mit ihrem kleinen E-Auto bei der Buchhandlung vorbeizuschubsen.
Und der Fuchs?
Leute, wie ich innerlich jubelte! Gerettet!! Ich möchte es in die Welt hinausschreien: Gerettet!! In nur wenigen Minuten würde ich Lady Gaga unversehrt der weltberühmten Schriftstellerin zurückgeben.
Als wir uns alle in das kleine Auto gequetscht hatten und die Bürgermeisterin den E-Motor zum Schnurren brachte, drehte ich dem Fuchs, der am Parkplatz hinter einer Hecke zurückblieb, durch das Heckfenster eine lange Nase.
Ha, Ha, da schaust du, was? Dummer, dummer Fuchs!
Kennt ihr Sprichwörter? Ich hasse Sprichwörter! Habt ihr schon einmal dieses gehört: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben?
Das klingt jetzt ein bisschen geheimnisvoll. Kommt mal alle zur Bushaltestelle am Schlossplatz, dann versteht ihr, warum.
Es hat begonnen zu regnen? Du musst dringend nach Hause, aber du willst unbedingt wissen, wie es weitergeht? Dann findest du hier die komplette Geschichte!






