seek&read: Lady Gaga und der schlaue Fuchs: #9
Geschrieben und illustriert von Verena Hochleitner
Für Kinder ab 6 Jahren
Herzlich willkommen bei seek&read – deiner literarischen Schnitzeljagd durch Hohenems. Du befindest dich auf einen turbulenten Ausflug mit Lady Gaga und dem Hund Nudel, der vor acht Kapiteln im Literaturhaus begonnen hat.
Du bist zufällig über diesen QR-Code gestolpert? Dann findest du hier die gesamte Geschichte. Hör nach #8 auf und steige direkt hier bei #9 ein! Für alle anderen geht es direkt weiter!
Wir wünschen dir viel Spaß bei seek&read!
Dein Literaturhaus Vorarlberg
Wir grasten die halbe Allee ab. Lady Gagas Kappe blieb unauffindbar. Sie lag weder auf der Brücke noch bei den Steinstufen. Falls sie in den Bach gefallen war, schwamm sie wahrscheinlich bereits im Rhein Richtung Nordsee. Das Huhn senkte traurig seinen Kopf. Geschenke bedeuteten ihm viel. Ich spähte Richtung Bahnhof. Der Abschnitt der Allee, auf dem der Fuchs lang gelaufen war.
Weiter vorne blinkte etwas in der Sonne.
Bling Bling.
Lady Gaga flatterte auf meinen Kopf. Gar nicht weit von der Brücke auf einer Parkbank neben einer Steinskulptur glitzerte tatsächlich Lady Gagas Pailletten-Kappe. Juhu! Jemand musste sie gefunden und dorthin gelegt haben.
Doch da war auch gleichzeitig ein Problem. Ich spürte, wie sich Lady Gaga versteifte. Die Kappe befand sich am ungünstigsten Ort, den man sich ausdenken konnte. Denn unter ihr, auf der Parkbank, lag der Fuchs und schlief. Zumindest hatte er die Augen geschlossen.
Ich verfluchte den vermaledeiten Fuchs! Bruder! Es war helllichter Tag! Der Weg zum Bahnhof war wirklich nicht besonders kompliziert. Paris ist eine schöne Stadt. Als Fuchs musste er nicht einmal den vollen Preis für das Ticket bezahlen. So viel ich als Hund wusste.
Vorsichtig dirigierte mich Lady Gaga von Baum zu Baum. Zum ersten Mal konnte ich den Fuchs aus der Nähe betrachten. Für einen Fuchs sah er komisch aus. Irgendwie gar nicht richtig wie ein Fuchs.
Es fehlte ihm alles Füchsische. Ich dachte fieberhaft darüber nach, woran mich diese Büschel an seinen Ohren erinnerten … so sah doch kein Fuchs aus!
Als wir schon ziemlich nahe waren und der Fuchs die Augen öffnete, ging auch mir ein Licht auf. Das war kein Fuchs! Das Tier, das auf der Parkbank schlief, war ein Luchs!
Der Luchs blinzelte. Als er uns erkannte, nahm er Lady Gagas Kappe und hielt sie dem Huhn, das auf meinem Kopf thronte, mit einem langen Ast entgegen.
„Friede!“, rief er. „PEACE! Ich tu euch nichts!“
Vorsichtig näherte ich mich der Parkbank. Das Huhn krallte sich mit beiden Beinen an mir fest, beugte sich flatternd über meinen Kopf hinaus und nahm seine Kappe in Empfang.
„Ich hätte im Wald bleiben sollen!“, jammerte der Fuchs, der kein Fuchs war, sondern ein Luchs.
Er war völlig KO.
„Du willst das Huhn nicht mehr fressen?“, erkundigte ich mich.
Der Luchs schüttelte den Kopf. „Ich bin für die Stadt nicht geschaffen. Im Moment möchte ich eigentlich nur in den Wald zurück!“ Frustriert zerbrach er den Ast, mit dem er Lady Gaga die Kappe gereicht hatte und schleuderte ein Stück davon in den rauschenden Bach.
„Och!“, sagte Lady Gaga, die nun ihre Kappe wieder auf dem Kopf hatte. „Eigentlich hält dich gar niemand auf!“
„Ich weiß nicht, wie ich zurückkomme!“, gestand der Luchs. „Ich hätte euch niemals bis hierher folgen sollen. Diese Straßen mit den vielen Regeln machen mich nervös. Ich bin irgendwie total verwirrt!“
Er fand nicht in den Wald zurück? Der Luchs war wirklich nicht besonders schlau. Aber es hieß ja auch Ohren wie ein Luchs und nicht Schlau wie ein Luchs. Er musste doch einfach nur den Bus nehmen, wie er es schon getan hatte. Linie 175 Richtung Emsreute, Station altes Altes Rathaus.
Der Luchs bedankte sich, als ich ihm mit dem Stock, der vom Ast übrig geblieben war, am Boden aufzeichnete, wie er zur nächsten Bushaltestelle kam. Sicherheitshalber begleiteten wir ihn ein Stück und überzeugten uns höchstpersönlich, dass er auch wirklich in den Bus einstieg und davonfuhr.
Endlich konnte es zur Buchhandlung gehen. Wenn wir Glück hatten, war Selma Wakolbinger noch dort.
Es hat begonnen zu regnen? Du musst dringend nach Hause, aber du willst unbedingt wissen, wie es weitergeht? Dann findest du hier die komplette Geschichte!






