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seek&read: Lady Gaga und der schlaue Fuchs: #1

seek&read: Lady Gaga und der schlaue Fuchs © Verena Hochleitner
seek&read: Lady Gaga und der schlaue Fuchs © Verena Hochleitner

Geschrieben und illustriert von Verena Hochleitner

Für Kinder ab 6 Jahren

Herzlich willkommen bei seek&read – deiner literarischen Schnitzeljagd durch Hohenems. Bist du bereit, auf einen Ausflug zu gehen? Einen Ausflug, der dich nicht nur durch die Stadt Hohenems, sondern vor allem durch eine turbulente Geschichte führt?

Dein seek&read Leseabenteuer startet mit der Hinweiskarte, die du im Wintergarten findest. Darauf ist ein QR-Code gedruckt, den du mit deinem Handy scannen musst. Dann bist du schon mittendrin in unserer – oder besser deiner Geschichte. Am Ende eines jeden Kapitels erfährst du, wo sich der nächste QR-Code versteckt. Auf dem Weg, der jetzt vor dir liegt, wirst du insgesamt zehn QR-Codes suchen und finden. Du erkennst sie am Bild, das du auch vorne auf dieser Karte siehst. Jeder QR-Code führt dich zum nächsten Kapitel dieser Geschichte.

Jetzt hast du aber lange genug gewartet! Du solltest jetzt dringend loslesen – äh, loslegen! Mach dich bereit, die Stadt Schritt für Schritt zu entdecken und freue dich auf einen turbulenten Ausflug mit Lady Gaga und dem Hund Nudel!

Wir wünschen dir viel Spaß bei seek&read!
Dein Literaturhaus Vorarlberg

#1 Literaturhaus

Mein Name ist Nudel. Ich bin Therapiehund. Derzeit wohne ich in der Villa Rosenthal. Franziska und Iwan Rosenthal. Und ich erzähle dir heute eine abenteuerliche Geschichte, die hier in der Villa beginnt und dich durch halb Hohenems führen wird. Das Besondere an der Geschichte ist, dass ich sie wirklich erlebt habe! Mir ist auch schon ein Titel eingefallen. Die Geschichte heißt:

Lady Gaga und der schlaue Fuchs

Lady Gaga saß im Wintergarten der Villa und wischte auf ihrem Handy herum. Lady Gaga war ein Huhn, das in der Welt weit herumgekommen war. Sie trug ihre Sonnenbrille auch wenn es draußen regnete. Aber an dem Tag regnete es nicht.

„Ja, bitte?“, rief Lady Gaga. „Herein!“

Ich war neugierig auf unseren neuen Gast und hatte an die Tür des Wintergartens geklopft.

Lady Gaga sah mich über ihre Brille hinweg an.

„Und du bist …?“

„Ich bin Nudel“, sagte ich artig. „Der Therapiehund.“

Das Huhn mit der Sonnenbrille nickte.

„Es ist Sommer“, fuhr ich freundlich fort. „Wollen wir rausgehen?“

Frische Luft konnte schließlich auch einem weit gereisten Huhn nicht schaden.

Das Huhn ließ sich mit der Antwort Zeit.

„Es tut mir Leid“, erklärte es dann. „Aber ich bin im Moment wirklich sehr beschäftigt.“ 

Das Huhn blickte zurück auf sein Handy, auf dem ein süßes Katzenvideo lief. Neben ihm stand eine Schüssel Popcorn. Es nahm sich ein Flügerl voll und schupfte es in seinen aufgesperrten Schnabel.

„Das ist schade!“, sagte ich. „Alle sind heute draußen oder liegen im Freibad. Dort gibt es eine neue Rutsche!“

„Ich bin hier die Muse“, sagte das Huhn bedeutungsvoll.

„Die Muse?“

Lady Gaga nickte.

Lady Gaga war das Huhn der weltberühmten Schriftstellerin Selma Wakolbinger, die über die Sommerferien in der Villa weilte, um an ihrem neuen Buch zu schreiben.

„Und was macht eine Muse?“, fragte ich neugierig.

„Och“, sagte Lady Gaga. „Eigentlich gar nicht so viel. Es genügt, dass ich da bin. Ich bin so eine Art Glücksbringerin. Ohne mich klappt es nicht so recht mit dem Schreiben und Selma fällt nichts ein.“

Ich nickte. Ich wusste, was das Huhn meinte. Auch als Therapiehund riss man sich kein Bein aus. Manchmal verbrachte ich die Vormittage dösend bei den Kindern im Klassenzimmer. Aber jetzt waren ja Ferien und ich jobbte in der Villa, in der sich viele Kinder auf mich freuten, um es sich mit mir auf dem Sitzsack (in der Leseecke) gemütlich zu machen.

Ich bemerkte den Laptop der weltberühmten Schriftstellerin. Darauf war eine leere Seite zu sehen, auf der ein Cursor blinkte. Neben dem Laptop lag ein Notizbuch, auf dem nur ein einziger Satz stand. Und der war durchgestrichen. Selma Wakolbinger machte gerade Pause. Ich war ihr vorhin mit einem Coffee-to-go-Becher im Garten begegnet.

Eine Muse mochte zu jedem Zeitpunkt wichtig sein, im Moment gab es für Lady Gaga dennoch nicht viel zu tun. Das schien auch dem Huhn aufzufallen.

Es seufzte. „Gut! Gehen wir! Aber ich sag dir gleich: Ich bin ein Stadthuhn. Vom langen Gehen bekomme ich Hühneraugen. Und ich will keinesfalls in die Nähe des Waldes! Es gibt nichts ärgerlicheres als Wälder. Dort bleibt man mit dem Federkleid im Unterholz hängen. Und am Ende gibt es dort einen Fuchs. Da steh ich nicht so drauf. Ich sags dir, ein Fuchs ist das Letzte, das ich brauchen kann!“ Das Huhn spreizte pikiert seine Flügel.

„Keine Angst!“, sagte ich. „Ich habe hier noch nie einen Fuchs gesehen! Außerdem kann ich den Fuchs vertreiben!“ Ich entblößte vor dem Huhn meine scharfen Eckzähne. „Immerhin stamme ich vom Wolf ab!“

Lady Gaga rümpfte verächtlich die Nase.

„Ich meine ja nur …“ Ich wurde rot und biss mir verlegen auf die Lefzen.

Das Huhn ging nicht weiter darauf ein. Es rückte seine Sonnenbrille zurecht, setzte sich eine Kappe auf, die mit glitzernden Pailletten bestickt war, hängte sich sein Handy um den Hals und wackelte voran über die Prunkstiege ins Freie. Ich schnappte schnell meinen Picknickkorb und eilte dem Huhn hinterher.

Während wir die Marktstraße entlang marschierten, hängte sich das Huhn bei mir ein und grüßte alle Leute, die uns entgegenkamen.

So spazierten wir Richtung Schloßplatz zum Nibelungenbrunnen.


Es hat begonnen zu regnen? Du musst dringend nach Hause, aber du willst unbedingt wissen, wie es weitergeht? Dann findest du hier die komplette Geschichte!